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2026-07-07
vor 29 Min.
Neu: Vanguard sucht einen Head of Digital Assets für das Personal-Wealth-Geschäft
Neu: Vanguard baut sein Angebot im Bereich Personal Wealth aus und besetzt die Position "Head of Digital Assets". Mit der Rolle soll der Aufbau und die Weiterentwicklung digitaler Vermögenswerte innerhalb des Geschäftsbereichs vorangetrieben werden.
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vor 44 Min.
BlackRock beantragt Nasdaq-100-ETF und greift Invescos QQQ-Dominanz mit bis zu 426 Mrd. US-Dollar an
BlackRock hat bei der US-Börsenaufsicht SEC am 6. April die Auflegung eines neuen ETFs auf den Nasdaq-100 beantragt. Das Produkt soll als iShares Nasdaq100 ETF unter dem Ticker IQQ an den Start gehen und markiert den bislang deutlichsten Angriff auf Invescos QQQ Trust, der die Anlageklasse seit 1999 prägt. Invescos QQQ gilt seit Jahren als Standardvehikel für ein konzentriertes Nasdaq-100-Engagement. In der Kategorie dominierte der Fonds mit einem verwalteten Vermögen von rund 374 bis 426 Mrd. US-Dollar faktisch ohne ernsthafte Konkurrenz. Nur einen Tag nach BlackRocks Antrag reichte auch State Street eine eigene Anmeldung für einen Nasdaq-100-ETF ein. Damit positionieren sich zwei der drei größten Vermögensverwalter der Welt innerhalb von 24 Stunden gegen Invescos langjährige Quasi-Monopolstellung. Der Nasdaq-100 bildet 100 der größten Nicht-Finanzunternehmen ab, die an der Nasdaq notiert sind. Im Jahr 2025 stieg der Index um 27,5%, getragen vor allem von der anhaltend starken Nachfrage nach Titeln mit Bezug zu Künstlicher Intelligenz. Bislang wurden US-notierte ETFs auf diesen Index nur in begrenzter Zahl angeboten, zudem durchweg von Invesco verwaltet. Gebührenstrukturen für die geplanten Produkte von BlackRock und State Street wurden noch nicht veröffentlicht. Genau dort könnte der Druck auf Invesco zunehmen: Die Gesamtkostenquote von QQQ blieb bislang relativ stabil, weil Wettbewerb kaum vorhanden war. Für Tech- und Krypto-orientierte Anleger spielt zusätzlich der "BlackRock-Faktor" eine Rolle. BlackRock hatte mit dem iShares Bitcoin Trust (IBIT) bereits einen ETF lanciert, der sich zum am schnellsten wachsenden ETF der Geschichte entwickelte. Das Unternehmen ist dafür bekannt, in stark nachgefragten Segmenten mit preislich attraktiven Produkten zu starten und über sein globales Vertriebsnetz schnell Volumen aufzubauen. Ein weiterer Schwerpunkt für Investoren ist die Liquidität. QQQ zählt zu den meistgehandelten ETFs weltweit; enge Geld-Brief-Spannen und tiefe Orderbücher sind für institutionelle Händler ein zentrales Argument. BlackRocks IQQ muss diese Liquidität erst aufbauen, State Street steht vor derselben Herausforderung.
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vor 54 Min.
Vanguard schafft neue Digital-Assets-Spitze und plant mehrjährige Strategie
Vanguard galt lange als einer der konsequentesten Krypto-Skeptiker der Branche. Während BlackRock, Fidelity und weitere Schwergewichte des traditionellen Finanzsektors mit Anträgen für Bitcoin-ETFs vorpreschten, blieb Vanguard bei seiner Linie: Kryptowährungen seien spekulativ, entsprechende Angebote komme man für Kunden nicht infrage. Diese Phase dürfte nun enden. Am 6. Juli 2026 veröffentlichte Vanguard eine Stellenausschreibung für einen "Head of Digital Assets, Personal Wealth". Die neu geschaffene Funktion soll eine mehrjährige Roadmap für Digital Assets von Grund auf entwickeln. Der Aufgabenbereich umfasst Produktentwicklung, rechtliche Compliance sowie Risikomanagement. Der Arbeitsplatz ist in einem von vier Büros vorgesehen: Dallas, Scottsdale, Charlotte oder Malvern. Der Schritt baut auf einer ersten konkreten Öffnung auf: Im Dezember 2025 hatte Vanguard seinen rund 50 Millionen Brokerage-Kunden den Zugang zu Krypto-ETFs und entsprechenden Investmentfonds ermöglicht. Die neue Position deutet auf den nächsten Entwicklungsschritt hin, weg von reiner Zugänglichkeit zu einer strukturierten, eigenen Digital-Assets-Strategie. Auch der Führungswechsel passt ins Bild. Salim Ramji übernahm im Juli 2024 den CEO-Posten, nachdem er von BlackRock gekommen war. Dort verantwortete er die Einführung des iShares Bitcoin Trust, der heute zu den weltweit größten Bitcoin-ETFs zählt. Ein "Head of Digital Assets" ist damit kein Beratungsgremium, sondern eine Managementrolle mit Mandat, Richtlinien und Produktlinien aktiv mitzugestalten. In der Ausschreibung werden weder konkrete Kryptowährungen noch Blockchain-Protokolle genannt, was für Initiativen in einer frühen Definitionsphase üblich ist. Die Kombination aus Produkt-, Rechts- und Risikoverantwortung spricht dafür, dass Vanguard den gesamten Lebenszyklus möglicher Digital-Asset-Angebote abdecken will. Über Vanguard hinaus hat das Signal Gewicht: Mit rund 11 Billionen US-Dollar verwaltetem Vermögen zählt das Haus zu den Akteuren, deren Entscheidungen Märkte bewegen. Die frühere Distanz zu Krypto wurde von anderen konservativen institutionellen Managern häufig als Bestätigung für Zurückhaltung angeführt. Mit der nun sichtbaren Investition in dedizierte Digital-Assets-Führung und eine mehrjährige Strategie kehrt sich die Argumentationslinie um und dürfte Compliance-Abteilungen, Risikoausschüsse und Vorstände bei Wettbewerbern erreichen. Privatanleger mit Vanguard-Konten sollten in den kommenden ein bis zwei Jahren auf neue Produktankündigungen achten. Der Schritt vom Dezember 2025 war vor allem ein passiver Zugang zu Drittprodukten. Eigene Digital-Asset-Strategien oder Fonds wären dagegen eine deutlich größere Größenordnung.
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vor 1 Std.
EILMELDUNG: Japans @sbivc_official knackt 2 Mio. registrierte Konten – Firmen setzen in Aktionärsprogrammen auf $BTC und $XRP
Japans @sbivc_official hat die Marke von 2 Millionen registrierten Konten überschritten. Gleichzeitig beginnen japanische Unternehmen, $BTC und $XRP in Aktionärs-Treueprogrammen einzusetzen. Hintergrund ist der historische Rückgang des Yen.
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vor 1 Std.
Coinbase erhält britische Lizenz für Investmentdienstleistungen und plant Ausbau um Derivate- und Aktienhandel
Coinbase hat sich in Großbritannien eine Lizenz für Investmentdienstleistungen gesichert. Damit schafft die Krypto-Börse die regulatorische Grundlage, ihr Angebot um den Handel mit Derivaten und Aktien zu erweitern.
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vor 1 Std.
Ctrl Wallet stellt Betrieb nach Sicherheitsvorfall zum 3. August 2026 ein
Die Non-Custodial-Multichain-Wallet Ctrl Wallet fährt ihren Dienst nach einem jüngsten Sicherheitsvorfall herunter, der Aktivitäten mit Cardano-Bezug betraf. Nutzer sollen ihre Vermögenswerte spätestens bis zum 3. August 2026 aus der App abziehen. Ctrl Wallet teilte am Dienstag mit und bestätigte dies in einem separaten Blog-Update, dass die Anwendung ab dem 3. August 2026 für die meisten Funktionen offline genommen wird. Lediglich der Export der Wiederherstellungsphrase soll weiterhin möglich bleiben. Parallel wird der Dienst aus App-Stores und Browser-Extension-Stores entfernt; neue Downloads werden mit sofortiger Wirkung gestoppt. Wesentliche Punkte - Ab dem 3. August 2026 deaktiviert Ctrl Wallet das Senden, Empfangen, Swappen und weitere In-App-Funktionen. - Der Export der Recovery Phrase (typisch 12 oder 24 Wörter) bleibt verfügbar; ein Migrationstoken oder Airdrop ist nicht geplant. - Der Rückzug folgt auf eine am 23. Juni gemeldete Sicherheitsstörung, nach der Ctrl Wallet vorübergehend in einen "Maintenance Mode" wechselte. - Nutzer sollen Assets vor Fristablauf transferieren und auf Fake-Websites sowie Social-Media-Posts mit angeblichen Anreizen achten. App-Funktionen enden, Seed-Export bleibt Nach Angaben des Betreibers sind ab dem 3. August 2026 zentrale Wallet-Operationen innerhalb der App nicht mehr nutzbar. Übrig bleibt laut Update ausschließlich die Möglichkeit, die Wiederherstellungsphrase zu exportieren. Da die App und die Browser-Erweiterungen aus den Stores entfernt werden und Downloads sofort enden, sollten Nutzer, die Ctrl Wallet für tägliche Transfers verwenden, frühzeitig vorsorgen. Zum Stichtag verweist Ctrl Wallet auf den Standardprozess in der Selbstverwahrung: Mit der exportierten Phrase können Nutzer ihre Bestände bei einem kompatiblen Anbieter wiederherstellen. Genannt werden unter anderem MetaMask, Trust Wallet und Phantom. Was Nutzer vor dem 3. August 2026 tun sollten Ctrl Wallet empfiehlt, die Recovery Phrase zu exportieren und Vermögenswerte rechtzeitig auf eine andere Wallet oder eine Börse zu übertragen. Begründung: Nach dem Stichtag werden grundlegende Aktionen wie Senden und Empfangen nicht mehr unterstützt. Zugleich betont das Unternehmen, dass es keinen tokenbasierten Migrationsmechanismus und keine "Ersatz"-Ausschüttung geben wird. Im Umfeld der Abschaltung warnt Ctrl Wallet vor Identitätsmissbrauch, etwa durch Beiträge oder Websites, die Entschädigungen oder Incentives versprechen. Für Investoren und Trader verlagert sich das operative Risiko damit vor allem auf das Timing: Sobald App-Aktionen deaktiviert sind, lassen sich Assets nur noch über andere Infrastruktur bewegen. Exporte und Transfers sollten daher deutlich vor dem Stichtag abgeschlossen werden. Abschaltung nach Sicherheitsereignis im Juni und Cardano-Exponierung Ctrl Wallet hatte am 23. Juni einen Sicherheitsvorfall gemeldet, der einige Cardano-Wallets auf der Plattform betraf. Damals wurde ein temporärer "Maintenance Mode" ausgerufen, um Nutzervermögen zu schützen, während technische Maßnahmen zur Wiederherstellung des Betriebs liefen. Der nun veröffentlichte Abschaltfahrplan folgt kurz darauf und deutet darauf hin, dass der Vorfall oder der Umgang damit in den vollständigen Rückzug aus dem laufenden Wallet-Betrieb mündete. Ctrl Wallet verweist zudem auf seine breite Abdeckung: Unterstützt worden seien mehr als 2.500 Blockchain-Netzwerke. Für die Migration bedeutet das, dass Nutzer bei einer Ersatz-Wallet prüfen müssen, ob Assets und Netzwerke in gleichem Umfang unterstützt werden. Kontext: Übergang zu Emurgo/SecondFi Ctrl Wallet hatte bereits am 29. April eine strukturelle Änderung angekündigt und erklärt, künftig unter dem Dach von Emurgo zu operieren; die Multichain-Architektur solle in der SecondFi-Wallet fortgeführt werden. SecondFi wird als Self-Custody-Plattform auf Cardano beschrieben und von Emurgo, dem "for-profit arm of Cardano", entwickelt. Zudem wurde berichtet, dass SecondFi im April 2026 aus dem Yoroi-Wallet-Rebranding hervorging. Separat wurde in früherer Berichterstattung eine Schwachstelle in SecondFi genannt, die am 24. Juni zu Abflüssen geführt haben soll. Der geschätzte Schaden lag demnach bei rund 16 Millionen ADA (damals etwa 2,4 Mio. US-Dollar). Wenige Tage später veröffentlichte SecondFi einen Wiederherstellungsweg für betroffene Wallet-Adressen und teilte mit, Notfallmaßnahmen hätten rund 129 Millionen ADA gesichert, die zur Prüfung und Wiederherstellung an einen unabhängigen Drittverwahrer übertragen worden seien. Für Nutzer von Ctrl Wallet fällt die Abschaltung in eine Phase erhöhter Aufmerksamkeit für die Sicherheit von Cardano-Wallets. Auch wenn der Vorfall vom 23. Juni nur "einige Cardano-Wallets" betroffen haben soll, zwingt der Zeitplan alle Nutzer zum Ausstieg aus dem Dienst. Mit Blick auf den 3. August sollten Anwender auf letzte Hinweise zur Verfügbarkeit des Phrase-Exports und zum Timing der Store-Entfernung achten und den Wechsel zu einem anderen Anbieter frühzeitig umsetzen. Dass kein Migrationstoken oder Airdrop vorgesehen ist, unterstreicht: Der Ausstieg erfolgt über Self-Custody-Prozesse wie Seed-Export und Transfer, nicht über einen plattformgesteuerten Ersatzmechanismus.
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vor 1 Std.
Ctrl Wallet stellt Betrieb am 3. August ein – Nutzer sollen Vermögenswerte umgehend abziehen
Ctrl Wallet wird dauerhaft abgeschaltet. Der Multichain-Non-Custodial-Wallet-Anbieter, der nach eigenen Angaben mehr als 2.500 Blockchains unterstützte und sich als "Schweizer Taschenmesser" unter den Web3-Wallets positionierte, kündigte die endgültige Stilllegung zum 3. August 2026 an. Auslöser ist ein Sicherheitsvorfall, der am 23. Juni bekannt wurde und gezielt bestimmte Cardano-bezogene Wallets im Ctrl-Ökosystem betraf. Nutzer sollen ihre Recovery Phrase exportieren oder ihre Assets auf eine andere Wallet übertragen. Nach Unternehmensangaben bleiben dafür nur wenige Wochen: Ab dem 3. August werden sämtliche Funktionen deaktiviert. Am 7. Juli wurden die Ctrl-Wallet-App sowie die Browser-Erweiterungen bereits aus den App-Stores entfernt. Neuinstallationen sind damit nicht mehr möglich. Bestehende Nutzer müssen ihre Bestände rechtzeitig abziehen. Das Unternehmen kündigte an, dass es nach der Abschaltung keine Anschlusslösung geben wird: keine Token-Migration, keine Airdrops, keine Rückerstattungen und keinerlei Entschädigung. Wer am 4. August noch Vermögenswerte in einer Ctrl Wallet hält, trägt das Risiko vollständig selbst. Zugleich warnt Ctrl vor Betrugsversuchen. Bei Wallet-Schließungen tauchten erfahrungsgemäß gefälschte "Migrationstools" und Phishing-Links auf, die angeblich beim Retten von Geldern helfen. Solche Angebote seien ausnahmslos betrügerisch. Ctrl Wallet war im Juli 2024 aus XDEFI hervorgegangen und hatte sich als vereinfachte Multichain-Lösung für Nutzer positioniert, die nicht mehrere Wallets parallel verwalten wollten. In der Spitze wurden über 2.500 Blockchains unterstützt. Der Vorfall vom 23. Juni fällt zudem in eine Phase erhöhter Sicherheitsprobleme im Cardano-Ökosystem. Besonders betroffen waren Wallets bei SecondFi. Dort kam es durch Schwachstellen bei der Wallet-Generierung zu Verlusten von schätzungsweise mehr als 16 Millionen ADA (damals rund 2,4 Mio. US-Dollar). Für Anleger ist die Konsequenz unmittelbar: Wer Assets in Ctrl Wallet hält, sollte sie jetzt verlagern. Seed Phrase exportieren, in eine andere Wallet importieren oder Tokens auf eine Hardware-Wallet übertragen. Abwarten gilt als hohes Risiko.
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vor 2 Std.
Trump-Aussagen sorgen für starke Ausschläge: Krypto-Aktien und Bitcoin legen deutlich zu
Nach Handelsschluss in den USA haben Aktien mit Krypto-Bezug kräftig angezogen. Circle (CRCL) gewann 6,24%, Bitmine stieg um 8,29%. Strategy (MSTR) bewegte sich kaum, nachdem erneut Berichte über "Coin-Verkäufe" die Runde machten. Auch Bitcoin zeigte Stärke: Der Kurs kletterte von rund 62.000 US-Dollar und näherte sich kurzzeitig der Marke von 65.000 US-Dollar. Auslöser der Bewegung war einmal mehr US-Präsident Trump, dessen öffentliche Aussagen den Markt zuletzt wiederholt in Bewegung gesetzt haben. I. Ein Satz reicht für eine breite Rally Mit dem offiziellen Start der "Trump Accounts" ist die Risikostimmung an den Märkten erneut angesprungen. Auf die Frage, ob diese Konten künftig auch Bitcoin enthalten könnten, antwortete Trump lediglich: "May occur." Ohne konkrete Zusagen reichte diese vage Formulierung aus, um Bitcoin und Krypto-Aktien über Nacht nach oben zu treiben. Der Markt preist damit weniger umgesetzte Politik ein als die Erwartung, dass Kryptowährungen politisch stärker anerkannt werden könnten. Die zentrale Frage bleibt: Wie lange trägt eine Rally, die primär von Stimmung und Schlagzeilen getrieben ist? II. On-Chain-Daten: Kapital ist bislang nicht in der Breite geflossen Für die Nachhaltigkeit zählt, ob frisches Kapital in den Markt kommt. Nach On-Chain-Daten von Glassnode liegt der Nettofluss bei Bitcoin über die vergangenen 30 Tage weiterhin im Abfluss. Die Aufwärtsbewegung wirkt damit eher wie eine Umschichtung bestehender Mittel und Short-Eindeckungen, nicht wie ein neuer, langfristiger Aufbau von Positionen. Rallys, die durch echte Zuflüsse getragen werden, gelten in der Regel als stabiler. Bewegungen, die vor allem durch Kommentare und Sentiment entstehen, verlaufen häufig schnell und können ebenso schnell drehen. III. Zyklusindikator MVRV: Bodenregion nahe, Signal noch nicht bestätigt Neben den Kapitalflüssen rückt die MVRV-Kennzahl (Market Value to Realized Value) in den Fokus. Sie vergleicht den aktuellen Marktwert mit dem "realisierten" Wert, also grob dem durchschnittlichen Preis, zu dem Coins zuletzt bewegt wurden. Fällt MVRV unter 1, notiert der Markt historisch in Bereichen, die in früheren Zyklen mit größeren Bärenmarkt-Tiefs zusammenfielen. Am vergangenen Dienstag fiel der MVRV von Bitcoin kurzzeitig auf etwa 1,1 und markierte damit den bisher niedrigsten Wert des Jahres, ohne jedoch unter 1 zu rutschen. Mit der jüngsten Erholung liegt der Wert wieder bei rund 1,2. Damit bleibt offen, ob es sich um eine technische Gegenbewegung in einer Bodenbildungsphase handelt oder um den Start einer nachhaltigeren Trendwende. Ein erneuter Rückgang unter 1 wäre aus historischer Sicht ein stärkeres Bodensignal – bislang ist es nicht dazu gekommen. IV. Aussagen als "Marktfaktor": kurzfristig eher Warnsignal Ein weiterer Punkt: Trumps "Worte bewegen Kurse" entwickeln sich zunehmend von einem persönlichen Effekt zu einem strukturellen Markttreiber. Mit den "Trump Accounts" wird erstmals ein öffentliches Policy-Instrument sichtbar mit der Entwicklung von US-Aktien verknüpft – inklusive Bezügen zu Neugeborenenleistungen, dem S&P 500 und damit dem breiten Aktienmarkt. Die Andeutung, Krypto könne künftig einbezogen werden, setzt auf diesem Fundament auf. Für Privatanleger ist das weniger eine Aufforderung, dem politischen Momentum hinterherzulaufen, als ein Risikosignal: Wer in stark getriebenen Märkten spät einsteigt, sollte sich fragen, ob er Investor ist oder nur Liquidität für andere bereitstellt. Kurzfristige Spekulation kann schnelle Bewegung bringen, ersetzt aber keine fundamentale Erholung und keine echten Mittelzuflüsse. V. Fazit Trumps "it could happen" brachte Bitcoin über Nacht nahe 65.000 US-Dollar. Solche Bewegungen sind attraktiv, aber auch anfällig. Mit Blick auf On-Chain-Flüsse, Zyklusindikatoren und die wachsende Rolle von Sentiment bleibt das Bild uneinheitlich. Für den Handel mit Bitcoin und krypto-nahen US-Aktien verweist die BIT-Plattform auf Handelsmöglichkeiten für Kryptowährungen wie BTC sowie Titel wie CRCL und MSTR. Einzahlungen per USDT seien rund um die Uhr möglich, die Abwicklung erfolge nahezu in Echtzeit, um in volatilen Phasen schnell reagieren zu können. Unabhängig vom Tool gilt: In Märkten, die stark von externen Impulsen bewegt werden, sollte man nicht leichtfertig zur Liquidität anderer werden. Disclaimer Dieser Artikel ist ein Gastbeitrag eines externen Autors. Alle Marktbeobachtungen, Datenanalysen und Meinungen geben ausschließlich die persönliche Einschätzung des Autors wieder und stellen weder die offizielle Position noch Forschungsergebnisse der BIT-Plattform dar. Der Beitrag ist keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf. BIT übernimmt keine ausdrücklichen oder stillschweigenden Gewährleistungen für Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität der Inhalte. Genannte Preise und Daten entsprechen dem Stand zum Veröffentlichungszeitpunkt und können sich durch Marktschwankungen ändern. Kryptowährungen und verwandte Wertpapiere sind hochvolatile Anlagen; Investitionen können zum Verlust des eingesetzten Kapitals führen. Vergangene Wertentwicklungen sind kein verlässlicher Indikator für zukünftige Ergebnisse. Anleger sollten eigenständig prüfen, ob eine Transaktion für sie geeignet ist, und bei Bedarf unabhängige professionelle Beratung einholen.
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vor 2 Std.
Yen rutscht Richtung 162: Rekordhohe Short-Wetten setzen die BoJ unter Druck
TL;DR: Der Yen nähert sich der Marke von 162 je US-Dollar. Laut CFTC lagen die Netto-Short-Positionen gehebelter Investoren per 30. Juni bei knapp 138.000 Kontrakten – der höchste Stand seit 2007. Interventionen können kurzfristig starke Ausschläge auslösen, eine nachhaltige Trendwende hängt weiter von den Zinspfaden der Bank of Japan und der US-Notenbank ab. Relevante Märkte: USD/JPY, Yen-Kreuzkurse, Nikkei 225, asiatische Währungen, Renditen von US-Staatsanleihen. Nachdem USD/JPY bis nahe 162 gestiegen war, bekräftigte Japans Finanzminister Kogure erneut die Bereitschaft der Regierung, bei Bedarf gegen übermäßige Währungsschwankungen vorzugehen. Gleichzeitig zeigt die Positionierung am Terminmarkt, wie einseitig das Sentiment ist: Gehebelte Marktteilnehmer hielten laut CFTC-Daten zum 30. Juni netto fast 138.000 Yen-Short-Kontrakte – ein Niveau, das zuletzt 2007 erreicht wurde. Der Druck auf den Yen lässt sich nicht mehr nur mit einem "starken Dollar" erklären. Selbst in Phasen, in denen der Dollar temporär nachgibt, bleibt eine spürbare Entlastung beim Yen aus. Der Markt bewertet zunehmend Japans eigene Zinsentwicklung, Kapitalflüsse und die Glaubwürdigkeit der Politik neu. Für Investoren rückt damit weniger die Frage in den Vordergrund, ob ein bestimmtes Kursniveau "hält", sondern ob Behörden und Notenbank den carry-trade-getriebenen, stark überfüllten Short-Trade ausbremsen können. Je näher der Yen an die tiefsten Niveaus seit 1986 heranrückt, desto größer sind die Buchgewinne der Short-Seite. Gleichzeitig steigt das Risiko einer abrupten Gegenbewegung, weil die Positionierung immer dichter wird. Zinsdifferenzen treiben den Carry Trade Der Kern des Yen-Problems bleibt der Zinsabstand. Die Bank of Japan erhöhte ihren kurzfristigen Leitzins im Juni auf 1,0%, doch die Finanzierungskosten in Japan liegen damit weiterhin deutlich unter denen wichtiger Märkte wie den USA. Das schafft weiterhin Raum für Carry Trades: Marktteilnehmer leihen Yen zu niedrigen Zinsen, tauschen in US-Dollar oder andere höher verzinste Anlagen und vereinnahmen den Zinsvorteil. Fällt der Yen zusätzlich, kommt ein Währungsgewinn hinzu – ein Mechanismus, der die Yen-Schwäche selbst verstärken kann. Wäre der Yen-Abverkauf primär ein Spiegelbild eines einseitig starken Dollars, würde der Yen typischerweise in Dollar-Schwächephasen stärker zurückkommen. Dass dies diesmal nur begrenzt passiert, erhöht die Sensitivität rund um die Zone um 162. Es handelt sich weniger um eine harte Barriere als um einen Bereich nahe historischer Extremstände seit den 1980er-Jahren – verstärkt durch die Erinnerung an frühere, groß angelegte japanische Interventionen. Diese Zone ist damit zugleich ein Prüfstein für die Trendfortsetzung und ein Risikobereich für politische Gegenmaßnahmen. Knapp 138.000 Short-Kontrakte: Trendstärke und Überfüllung zugleich Die CFTC-Daten zeigen per 30. Juni eine Netto-Short-Position gehebelter Fonds in Yen-Futures und -Optionen von nahezu 138.000 Kontrakten, dem höchsten Wert seit 2007. Diese Kennzahl steht einerseits für einen starken Trend: Hedgefonds kaufen den Yen nicht automatisch, nur weil er "günstig" erscheint, sondern solange Zinsdifferenzen und Trendstruktur stimmen. Andererseits signalisiert dieselbe Zahl eine überfüllte Positionierung. Ein extremes Short-Niveau bedeutet nicht automatisch eine unmittelbare Kehrtwende, erhöht aber die Anfälligkeit gegenüber Auslösern: tatsächliche Interventionen, unerwartet restriktive Signale der BoJ oder ein Umschwung der Fed-Erwartungen können Stop-Loss-Kaskaden auslösen. Die Lesart lautet daher weniger "V-förmige Yen-Rallye steht bevor", sondern: Der Markt bleibt im Carry-Trade-Modus, wird aber störanfälliger gegenüber abrupten politischen Signalen. Interventionen können den Kurs bewegen, den Trend aber selten allein drehen Japan hat bereits gehandelt. Nach Angaben des Finanzministeriums setzte das Land zwischen dem 28. April und dem 27. Mai 11,73 Billionen Yen für Deviseninterventionen ein. Der Betrag ist groß, dennoch kehrte der Abwärtsdruck auf den Yen danach rasch zurück. Interventionen wirken häufig wie eine Verteuerung des Shortens, nicht wie ein dauerhafter Trendwechsel. Praktisch bedeutet das: Yen-Käufe und Dollar-Verkäufe im Markt; verbal: Warnungen, um Spekulation zu dämpfen. Beides kann kurzfristig Volatilität erzeugen. Bleiben Zinsdifferenzen und Kapitalflüsse jedoch intakt, testet der Markt oft erneut die inoffiziellen Grenzen. Kataokas Aussagen werden daher vor allem als Warnsignal interpretiert: Japan will vermeiden, dass Yen-Abwertung als Einbahnstraße wahrgenommen wird. Das Problem: Der Markt hat bereits erlebt, dass Rücksetzer nach Interventionen wieder verkauft wurden. Ohne zusätzliche geldpolitische Straffung durch die BoJ werten viele Trader Interventionen eher als kurzfristiges Risiko denn als Trendende. Damit ist das Setup für Anleger anspruchsvoll: Short Yen liefert Carry-Unterstützung, wird nahe Extremniveaus aber anfällig für plötzliche offizielle Eingriffe. Long Yen bietet Short-Squeeze-Potenzial, bleibt ohne Politikwechsel oft eine Wette auf eine temporäre Gegenbewegung. Rückkopplung in den Anleihemarkt Der Yen-Druck bleibt nicht auf den Devisenmarkt begrenzt. Die Rendite 10-jähriger japanischer Staatsanleihen stieg zuletzt auf rund 2,8% und hält sich über 2,7%. Die Kombination aus steigenden Langfristzinsen und schwachem Yen macht globale Bond-Investoren vorsichtiger. Im Fokus steht eine mögliche Rückkopplung: Japanische Langfristinvestoren zählen traditionell zu den großen Käufern internationaler Anleihen. Steigen die Renditen im Inland, sinkt die relative Attraktivität ausländischer Bonds. Hält die Yen-Schwäche an, steigen zudem Absicherungskosten und Wechselkursrisiken, was die Kapitalallokation japanischer Investoren beeinflussen kann. Das würde die Rolle Japans als stabiler Käufer im Ausland tendenziell schwächen. US-Treasuries, britische Gilts und deutsche Bundesanleihen könnten dadurch am Rand höheren Renditedruck bekommen. Der Yen "zerstört" den globalen Bondmarkt nicht, wird aber zunehmend von einer reinen FX-Variable zu einem übergreifenden Cross-Asset-Faktor. Auch Asien gerät in den Sog Ein schwacher Yen untergräbt die preisliche Wettbewerbsfähigkeit exportorientierter Volkswirtschaften wie Südkorea und Thailand und kann regionale Notenbanken dazu zwingen, Währungsstabilität stärker zu gewichten. Für Investoren bedeutet das: Der Yen beeinflusst zunehmend die Volatilität asiatischer Währungen und globaler Renditen. Worauf es jetzt ankommt Im Zentrum steht weniger die Frage, an welchem Tag Japan interveniert, sondern welche Kraft die Ertragslogik der Short-Seite verändert. Eine erneute Intervention des Finanzministeriums könnte USD/JPY zwar schnell drücken. Allein durch Yen-Käufe und Dollar-Verkäufe lässt sich der Trend aber kaum dauerhaft drehen. Entscheidend ist, wie schnell der Markt nach einem Eingriff wieder in die Ausgangsrichtung läuft: Kehrt das Paar innerhalb von Tagen oder Wochen nahe die alten Niveaus zurück, wird die Maßnahme eher als Volatilitätsverstärker denn als Richtungswechsel gewertet. Der direktere Hebel bleibt die Bank of Japan. Die Carry-Trade-Basis für Yen-Shorts würde erst dann erodieren, wenn die BoJ schnellere Zinserhöhungen, eine straffere Ausrichtung oder eine höhere Toleranz für steigende Kurzfristzinsen signalisiert. Hält die BoJ an ihrem graduellen Pfad fest, haben Short-Seller nach Rücksetzern weiterhin Argumente für Wiedereinstiege. Auch die Positionierung liefert Hinweise: Sinkt die Netto-Short-Position der berichtspflichtigen gehebelten Fonds deutlich, spricht das für eine Abkühlung des Crowded Trades und für nachlassendes Short-Squeeze-Risiko. Bauen sich Shorts weiter auf, während USD/JPY nahe 162 verharrt, wird die Marktstruktur fragiler. Der Trend bleibt grundsätzlich intakt, doch jede offizielle Aussage hat zunehmend das Potenzial, die Schwankungen zu verstärken.
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vor 2 Std.
PayPal Ventures wird nach zehn Jahren abgewickelt – Fokus auf das Kerngeschäft im Zahlungsverkehr
PayPal zieht bei seiner Corporate-Venture-Capital-Einheit den Stecker: PayPal Ventures wird nach zehn Jahren schrittweise geschlossen. Das Unternehmen bestätigte laut mehreren internationalen Medienberichten, dass das Team stark verkleinert wurde. Aus mehr als einem Dutzend Mitarbeitenden Ende vergangenen Jahres sind inzwischen nur noch zwei Personen übrig; die Team-Seite auf der offiziellen Website wurde entfernt. Die verbleibenden Kräfte kümmern sich ausschließlich um die Abwicklung bestehender Beteiligungen, neue Investments sind nicht vorgesehen. Der Schritt gilt als Teil einer umfassenden strategischen Neuausrichtung unter dem neuen CEO Enrique Lores, der das Amt im Februar 2026 übernommen hat. PayPal will künftige Ressourcen auf zentrale Zahlungsaktivitäten konzentrieren, darunter Venmo, Händler-Zahlungsabwicklung und Braintree. Der Venture-Arm werde abgegeben, weil er nicht zum Kerngeschäft passe und spürbar Kapital sowie Personal binde. PayPal Ventures wurde 2016 gegründet – in einer Phase, in der Corporate Venture Capital bei großen Tech- und Finanzkonzernen zunehmend zum Standard wurde. PayPal setzte damals auf frühe Beteiligungen, um sich Zugang zu Technologien und Talenten zu sichern, die den Zahlungsmarkt verändern könnten, und um über das eigene Händler- und Zahlungsnetzwerk strategische Partnerschaften mit Start-ups zu vertiefen. Thematisch lag der Schwerpunkt nahe am Kerngeschäft: Fintech, Blockchain und Krypto-Infrastruktur, später auch Künstliche Intelligenz. Bekannt wurde der Arm unter anderem durch Investments in Anchorage Digital, Plaid und Talos Global. Anchorage Digital ist ein bundesrechtlich lizenzierter Verwahrer von Krypto-Assets für institutionelle Kunden und zählt in den USA zu den wenigen Anbietern mit föderaler regulatorischer Zulassung. Talos Global liefert institutionelle Trading-Technologie für Kryptowährungen und gilt als zentrale Infrastrukturkomponente für traditionelle Finanzhäuser beim Einstieg in den Kryptohandel. Plaid wiederum stellt Schnittstellen für Finanzdaten bereit und ist in der US-Fintech-Branche zu einer Art Basisinfrastruktur geworden. Weitere Beteiligungen umfassten unter anderem die Personal-Finance-App Acorns, den Garantie- und Serviceanbieter Extend sowie Paxos, einen Anbieter von Stablecoin- und Payment-Infrastruktur, der in Teilen mit PayPals eigener Stablecoin-Initiative PYUSD konkurriert. Dass der Venture-Arm geschlossen wird, wird außerhalb des Unternehmens überwiegend als strategische Entscheidung verstanden, nicht als Folge schwacher Performance. In einem Bericht vom Februar dieses Jahres wies PayPal für das vierte Quartal 2025 einen positiven Beitrag aus dem Beteiligungsportfolio von 10 US-Cent je Aktie aus. Im Vorjahresquartal 2024 hatte derselbe Posten mit minus 4 US-Cent je Aktie belastet. Die Zahlen deuten auf volatile Buchwertentwicklungen hin, zuletzt aber auf eine deutliche Verbesserung. Auffällig ist vor allem der personelle Rückbau: Zwei in London ansässige Partner, die den Ausbau in Europa vorangetrieben hatten, verließen das Unternehmen nacheinander. Damit schrumpfte die Einheit auf zwei Mitarbeitende, die nur noch Folgethemen bestehender Engagements bearbeiten. PayPal Ventures besteht rechtlich weiterhin, faktisch ist der Fonds aber ein "lebender, inaktiver" Investor ohne Neugeschäft. Für Portfoliounternehmen könnte sich der Effekt erst zeitversetzt zeigen. Laut einer Analyse von Startup Fortune stand hinter dem Kapital von PayPal Ventures auch der Signalwert der Marke PayPal, inklusive Vertrauen, Zugang zu einem großen Zahlungsnetzwerk und einer Form der Marktbeglaubigung durch einen führenden Payment-Konzern. Dieses Signal fällt nun weg – besonders relevant für kleinere Unternehmen in Series-B-Runden, die auf strategische Investoren als Türöffner setzen. Der Schritt passt in ein umfassendes Kostensenkungs- und Straffungsprogramm. PayPals früherer CEO Alex Chriss war knapp drei Jahre im Amt; in dieser Zeit fiel die Aktie um mehr als 30%, der Verwaltungsrat kritisierte Tempo und Umsetzung der Veränderungen. Mit Enrique Lores, zuvor CEO von HP, setzte PayPal im Februar auf einen Neustart. Der Vorstand sah PayPal zuletzt im Wettbewerb mit Anbietern wie Stripe und Apple zu langsam, Marktanteile seien schrittweise unter Druck geraten. Seit seinem Amtsantritt treibt Lores den Umbau schnell voran. Im April kündigte PayPal eine Neuordnung in drei Segmente an: Venmo, Consumer- und Merchant-Payment-Services sowie eine dritte Linie mit Braintree, Zahlungsdiensten für kleine Unternehmen und Krypto-Services. Zusätzlich wurde ein eigener Bereich für Payment-Services und Krypto-Assets geschaffen, der das Kryptogeschäft steuern soll – ein Hinweis, dass PayPal im Kryptomarkt präsent bleiben will, aber mit anderer organisatorischer Logik. Parallel wurden rund 4.760 Stellen gestrichen, etwa ein Fünftel der Belegschaft, um die Kosten um 1,5 Mrd. US-Dollar zu senken. Es ist die größte organisatorische Zäsur seit dem Führungswechsel. In dieser Struktur wirkt PayPal Ventures wie ein Fremdkörper: nicht Teil der drei Kernbereiche, kapitalintensiv, mit langfristigem Anlagehorizont und ohne kurzfristigen Ergebnishebel. In einer Phase, in der PayPal Fokus und Effizienz in den Vordergrund stellt, ist ein eigenständig operierender Corporate-Venture-Fonds typischerweise ein früher Kandidat für Einsparungen. Zur Abwicklung lässt PayPal laut Bericht die Investmentbank Jefferies unterstützen. Geplant ist, einen Teil älterer Beteiligungen über den Sekundärmarkt zu verkaufen; Plaid und Anchorage Digital sollen auf der potenziellen Verkaufsliste stehen. Damit würden in den kommenden Monaten Anteile an diesen Unternehmen an andere Käufer übergehen, voraussichtlich an institutionelle Investoren oder spezialisierte Secondary-Fonds. Für PayPal könnten daraus kurzfristige Buchgewinne entstehen, die den finanziellen Spielraum während der Transformation erhöhen und einen geordneten Abschluss der Venture-Aktivitäten ermöglichen. PayPal Ventures ist dabei kein Einzelfall. Im Mai dieses Jahres hatte auch der strategische Venture-Arm von Fidelity International seine Schließung angekündigt – zeitlich nahe an PayPals Entscheidung. Corporate Venture Capital lebt davon, dass Mutterkonzerne bereit sind, langfristigen strategischen Nutzen zu finanzieren. Steigen Wachstumsdruck und Aktionärserwartungen, geraten solche Programme schnell auf den Prüfstand. Das bedeutet nicht, dass das Modell grundsätzlich ausläuft: Konzerne wie Google und Microsoft halten weiterhin große Venture-Einheiten. Wahrscheinlicher ist eine fallbezogene Entscheidung statt eines flächendeckenden Trendbruchs. Für Start-ups aus dem Portfolio, die frisches Kapital suchen, ist die Nachricht vor allem praktisch: Der Wert des strategischen Investors in der eigenen Equity-Story wird neu bewertet. Für PayPal wiederum wird erst in den kommenden Quartalszahlen sichtbar, wie viel Kapital und Managementzeit durch den Rückzug frei werden – und ob die Mittel im Kerngeschäft tatsächlich effizienter eingesetzt werden.
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