USDC überholt USDT im Juni 2026 beim bereinigten Stablecoin-Abwicklungsvolumen
KI-Marktzusammenfassung
Bereinigte On-Chain-Daten deuten darauf hin, dass USDC USDT beim wirtschaftlich aussagekräftigen Stablecoin-Abwicklungsvolumen überholt hat, getrieben durch institutionelle Flüsse und Bankintegrationen, auch wenn USDT weiterhin die größte Marktkapitalisierung und eine deutlich höhere Transaktionszahl aufweist. Dies weist auf einen zweigeteilten Markt hin: USDC als compliance-orientierte institutionelle Abwicklungsinfrastruktur und USDT als hochfrequenter Dollar-Kanal für Retail- und Offshore-Nutzung. Methodikstreitigkeiten dämpfen die Gewissheit, doch der Trend über mehrere Quartale stützt die Verschiebung.
Einflussstufe
● Medium
Betroffene Assets
BTC/USDT+1.76%
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USDC und USDT nehmen im Stablecoin-Markt zunehmend unterschiedliche Rollen ein. Nach einem Bericht von CoinDesk, der sich auf Onchain-Daten von Visa und Allium stützt, dominiert USDC vor allem bei großvolumigen Abwicklungen, während USDT weiterhin bei breiten Kleinstbetrags-Transfers und der Offshore-Nachfrage nach US-Dollar führend bleibt.
Gemessen an der Marktkapitalisierung ist USDT zwar weiterhin der größte Stablecoin. Betrachtet man jedoch die "tatsächliche wirtschaftliche Aktivität" und filtert interne Transfers, Bot-Aktivität und sonstiges Rauschen heraus, liegt USDC klar vorn. Im Juni vergrößerte sich der Abstand deutlich: Das bereinigte Gesamtvolumen aller Stablecoins erreichte im Juni 2026 einen Rekordwert von 1,79 Billionen US-Dollar. Auf USDC entfielen rund 1,21 Billionen US-Dollar beziehungsweise etwa 67%, auf USDT etwa 573 Milliarden US-Dollar. Im ersten Halbjahr 2026 lag der Anteil von USDC nahe 70%, USDT kam auf rund 25%.
Damit fallen im Stablecoin-Sektor größter Bestand und größte Abwicklungsleistung nicht mehr zusammen. USDT führt laut Bericht weiterhin bei der Marktkapitalisierung mit rund 184 Milliarden US-Dollar, USDC liegt bei etwa 73 Milliarden US-Dollar. In den realen Geldflüssen haben sich die Profile jedoch auseinanderentwickelt.
Als Treiber des USDC-Volumens werden Banken und institutionelle Nutzer genannt. CoinDesk argumentiert, die Führungsrolle von USDC sei keine kurzfristige Verschiebung, sondern das Ergebnis jahrelanger Vorarbeit. Circle habe konsequent eine Compliance-orientierte Strategie verfolgt, Reserven mit US-Staatsanleihen und Barmitteln unterlegt, Reserven regelmäßig offengelegt und Produkte innerhalb regulatorischer Rahmenbedingungen vorangetrieben, die in den USA und Europa eher akzeptiert werden.
Die institutionelle Adoption habe sich 2026 weiter beschleunigt. Standard Chartered begann, über die klassische Bankeninfrastruktur Dienste für das Minting und die Rücknahme von USDC anzubieten. BNY Mellon nahm USDC in seine Plattform zur Verwahrung digitaler Vermögenswerte auf. Daraus leitet der Bericht ab, dass große Banken eher bestehende, compliant ausgerichtete Stablecoin-Netzwerke integrieren, statt eigene Token zu emittieren.
Bei der Transaktionszahl bleibt USDT vorne. Den Juni-Daten zufolge verarbeitete USDT rund 145 Millionen Transaktionen, deutlich mehr als USDC mit 57 Millionen. USDT werde weiterhin häufiger für hochfrequente, niedrigvolumige Dollar-Transfers genutzt, besonders in Schwellenländern und in Offshore-Transaktionsumfeldern. USDC-Transfers seien im Schnitt größer, USDT bediene mehr Nutzer und mehr Vorgänge. CoinDesk beschreibt dies als zwei unterschiedliche Teilmärkte: USDC eher als institutionellen Abwicklungskanal, USDT stärker als Wertaufbewahrung und Tauschmittel.
Die Methodik der Kennzahl ist umstritten. Beim "bereinigten Handelsvolumen" handelt es sich nicht um rohe Onchain-Daten, sondern um eine Schätzung, die interne Transfers, Bot-Schleifen und gebündelte Weiterleitungen herausfiltert. Das beinhaltet zwangsläufig Ermessensentscheidungen. Zusätzlich ist Visa seit 2020 Partner von Circle, weshalb einige Kritiker die Metriken skeptisch betrachten. Der Bericht hält dagegen, dass USDC seit Anfang 2025 USDT beim monatlichen bereinigten Transaktionsvolumen dauerhaft übertroffen habe und sich dieser Trend über mehrere Quartale fortgesetzt habe, ohne dass große Datensätze zu gegenteiligen Ergebnissen gekommen seien.