XRP Ledger integriert Zero-Knowledge-Proofs und stärkt die Privatsphäre für Institutionen
Das XRP Ledger (XRPL) unterstützt ab sofort die native Verifikation von Zero-Knowledge-(ZK)-Proofs. Möglich wird das durch die Anbindung an Boundless, ein Netzwerk zur Erstellung von ZK-Nachweisen. Das Unternehmen spricht von der ersten Implementierung dieser Art auf dem Ledger. Ziel ist es, Finanzinstituten private Transaktionen auf einer öffentlichen Blockchain zu ermöglichen, ohne regulatorische Vorgaben zu unterlaufen.
Damit adressiert XRPL eine zentrale Hürde für institutionelle Nutzung öffentlicher Blockchains: Standardmäßig sind Zahlungsströme, Treasury-Positionen und Gegenparteibeziehungen auf öffentlichen Ledgers einsehbar. Für Banken im grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr oder Fonds mit OTC-Positionen entsteht daraus ein Wettbewerbsrisiko.
ZK-Proofs lösen dieses Problem, indem sie den Nachweis der Richtigkeit einer Aussage erlauben, ohne die zugrunde liegenden Daten offenzulegen. Vergleichbar mit einer Bonitätsprüfung: Die Bank bestätigt die Kreditwürdigkeit, ohne Details zu Einkommen, Verbindlichkeiten oder Kontostand preiszugeben. Auf XRPL bedeutet das, dass eine Zahlung als gültig, ausreichend gedeckt und regelkonform verifiziert werden kann, ohne Betrag, Sender oder Empfänger öffentlich offenzulegen.
XRPL weist nach eigenen Angaben bereits eine institutionelle Nutzung auf, die viele Layer-1-Blockchains nicht erreichen. Zu den Anwendern zählen SBI Holdings in Japan, Zand Bank in den VAE, Archax in Großbritannien sowie Guggenheim Treasury Services in den USA. Zudem wurden mehr als 550 Mio. US-Dollar in Initiativen des XRPL-Ökosystems investiert. Die Verbindung zu Boundless eröffnet diesen Nutzern einen Datenschutzpfad, der zuvor auf dem Ledger nicht verfügbar war.
Der Schritt fällt in eine Phase erhöhter Aufmerksamkeit für Blockchain-Kryptografie. Ein Quantum-Computing-Paper von Google brachte große Netzwerke dazu, ihre kryptografischen Annahmen zu überprüfen. ZK-Proofs basieren auf anderen mathematischen Grundlagen als die von Quantencomputern bedrohte Elliptic-Curve-Kryptografie. Mehrere ZK-Systeme gelten bereits als quantenresistent oder lassen sich leichter auf Post-Quantum-Konstruktionen umstellen als klassische Signaturschemata. Mit dem Ausbau der ZK-Infrastruktur positioniert sich XRPL, auf kryptografische Grundlagen zu setzen, die im Zuge der Quanten-Debatte als langlebiger gelten könnten.