Weißes Haus hält am CLARITY-Act-Zeitplan bis 4. Juli fest – Markt bleibt skeptisch
Das Weiße Haus zeigt sich weiter zuversichtlich, den Entwurf für ein Krypto-Marktstrukturgesetz (CLARITY Act) innerhalb des ursprünglich gesetzten Zeitplans bis zum 4. Juli durchzubringen. In einem aktuellen Interview sagte der Chefberater des Weißen Hauses für Krypto-Themen, Patrick Witt, man mache "sehr gute Fortschritte" in drei Bereichen, die demokratische Senatoren als entscheidend benannt hätten. Man arbeite täglich an einem Dreiklang aus "Ag", Ethik und BRCA.
Mit "Ag" ist die Fassung des Senats-Agrarausschusses gemeint, die das Mandat der CFTC in den Kryptomärkten absteckt. BRCA steht für Bestimmungen zum Schutz von Entwicklern, die in den vergangenen Tagen besonders intensiv diskutiert wurden. Witt betonte, an allen Fronten gehe es täglich voran; relevante Gruppen säßen am Tisch und tauschten Entwürfe aus. Er bleibe daher optimistisch, den Termin halten zu können. Das gilt auch vor dem Hintergrund, dass es zuvor Berichte über einen "holprigen" Start der Ethikgespräche gegeben hatte.
Gleichzeitig ist der Kalender im Senat eng. Gesetzgeber haben faktisch bis kurz vor der Augustpause Zeit, um das Vorhaben zu verabschieden.
An den Prognosemärkten spiegelt sich Witts Optimismus bislang nur begrenzt wider. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung bewertete Polymarket die Wahrscheinlichkeit, dass das Gesetz bis Jahresende verabschiedet wird, mit 51% – eine weitgehend neutrale Einschätzung. Kalshi, eine weitere Prognoseplattform mit etwa doppelt so hohem Volumen in diesem Markt, lag bei 46%. In Summe positionieren sich die Märkte damit ungefähr "50/50" hinsichtlich eines Durchbruchs bis Ende 2025.
Für den kurzfristigen Zeithorizont bleiben die Erwartungen deutlich niedriger: Bei Kalshi sahen Wettende zuletzt nur 30% Wahrscheinlichkeit, dass das Gesetz noch vor August verabschiedet wird. Zwar stieg dieser Juli-Ausblick in den vergangenen zwei Tagen um rund 10 Prozentpunkte, bleibt aber insgesamt niedrig – ein Hinweis auf die Lücke zwischen Markterwartung und Zuversicht aus dem Weißen Haus.
Zusätzlich zur begrenzten Zeit im Senatsplenum rechnen viele Analysten, darunter auch Stimmen von JPMorgan, damit, dass sich das Verfahren an der Frage von Renditen auf Stablecoins festfahren könnte. Ohne mehr Details zu den laufenden Gesprächen dürfte der weitere Weg des Gesetzentwurfs unsicher bleiben.
Zusammenfassung: Das Weiße Haus hält am Ziel fest, den CLARITY Act bis zum 4. Juli zu verabschieden. Die Prognosemärkte bleiben zurückhaltend und sehen die Chancen bis Jahresende bei rund 50/50; für eine Verabschiedung bis Juli werden etwa 30% eingepreist.