US-Abgeordnete bringen Gesetz zur Strategischen Bitcoin-Reserve parteiübergreifend erneut ein
US-Abgeordnete haben am 21. Mai 2026 den American Reserve Modernization Act (ARMA) eingebracht und damit den Vorstoß erneuert, die Strategische Bitcoin-Reserve per Bundesgesetz zu verankern. Zusammen mit Signalen aus dem Weißen Haus, dass eine offizielle Ankündigung zur Bitcoin-Reserve kurz bevorstehe, zählt die Woche zu den politisch folgenreichsten für den Kryptosektor seit Monaten.
ARMA wurde im Repräsentantenhaus von Rep. Nick Begich (R-AK) und Rep. Jared Golden (D-ME) vorgestellt und startete mit 17 ursprünglichen Mitunterzeichnern. Der Entwurf würde Präsident Trumps Executive Order vom März 2025, mit der die Strategische Bitcoin-Reserve geschaffen wurde, gesetzlich absichern. Vorgesehen ist, dass das Finanzministerium (Treasury) die Bitcoin-Bestände mindestens 20 Jahre hält.
Die US-Regierung verfügt derzeit über rund 328.372 BTC im Wert von mehr als 25 Mrd. US-Dollar. Diese Bestände stammen überwiegend aus straf- und zivilrechtlichen Einziehungen, darunter Fälle wie Silk Road und Bitfinex.
Im Unterschied zum früheren BITCOIN Act verzichtet ARMA bewusst auf ein verpflichtendes Kaufziel von 1 Mio. BTC. Stattdessen sollen Treasury und Handelsministerium (Commerce) prüfen, ob zusätzliche Käufe umsetzbar sind. Das gilt als strategischer Kompromiss, um die parteiübergreifende Unterstützung zu verbreitern.
Zugleich schreibt ARMA vierteljährliche, öffentliche Proof-of-Reserve-Berichte sowie unabhängige Prüfungen vor und soll damit Transparenz auf Treasury-Ebene für den staatlichen Bitcoin-Bestand schaffen. Zusätzlich sieht der Entwurf einen separaten Bestand für andere, vom Staat gehaltene Krypto-Assets außerhalb von Bitcoin vor.
Begich erklärte laut Decrypt, ARMA schütze Krypto vor "den Launen des Kongresses oder künftiger Regierungen". Golden argumentierte in gleicher Richtung: Ein unter ARMA geschaffener Bestand habe "das Gewicht des Gesetzes" und sei nicht nur von Entscheidungen der Exekutive abhängig. Das gilt auch deshalb als zentral, weil Treasury Secretary Bessent Behördenerwerbe von Bitcoin ausgeschlossen hat. Eine Ausweitung über beschlagnahmte Assets hinaus wäre damit faktisch nur über ein Gesetz möglich.
Der Gesetzentwurf fällt in eine Woche mit bereits hoher Dichte an Maßnahmen rund um digitale Assets. Trump hatte im vergangenen Jahr den GENIUS Act unterzeichnet, der den ersten föderalen Regulierungsrahmen für dollarbasierte Stablecoins etabliert. Das Gesetz verlangt eine 100%ige Hinterlegung durch US-Dollar oder kurzlaufende US-Staatsanleihen.
Anfang des Monats sagte Patrick Witt, Berater des Weißen Hauses und Executive Director des President's Council of Advisors for Digital Assets, auf der Consensus Miami, eine formelle Ankündigung einer US-Bitcoin-Reserve werde "in den nächsten Wochen" folgen. Witt bezeichnete ARMA dem Bericht zufolge als "Version 2" des BITCOIN Act und deutete damit eine inhaltliche Linie zwischen Exekutive und dem neuen Legislativansatz an.
Die Parallelstrategie aus einer Ankündigung des Weißen Hauses und einem neuen Gesetz, das eine dauerhafte Rechtsgrundlage schafft, unterscheidet diese Woche von früheren Bemühungen um eine Bitcoin-Reserve. Während die SEC weiter an ihrer breiteren Regulierungstaktung arbeitet, scheint die Administration darauf zu setzen, zentrale Krypto-Vorhaben über den Kongress abzusichern.
Laut unbestätigten Berichten unterzeichnete Trump zudem am 19. Mai eine Executive Order zur Deregulierung im Fintech-Bereich. Diese soll SEC, CFTC und vier weitere Bundesaufsichten anweisen, Regeln für Fintech-Unternehmen zu verschlanken.
Trotz der politischen Dynamik notierte Bitcoin bei 75.132 US-Dollar, bei einer 24-Stunden-Bewegung von 2,40%. Die gesamte Marktkapitalisierung des Kryptomarkts liegt bei 1,50 Billionen US-Dollar. Makroökonomische Unsicherheit belastet weiterhin die Kurse, die Diskrepanz zwischen bedeutenden Gesetzesinitiativen und gedämpfter Marktstimmung bleibt auffällig.
Der Crypto Fear & Greed Index steht bei 28 von 100 und liegt damit klar im Bereich "Fear". Ähnliche Muster waren bereits zu beobachten, als die SEC Nasdaq-Bitcoin-Indexoptionen genehmigte: Positive regulatorische Signale führen nicht zwangsläufig zu unmittelbarer Kursreaktion, wenn der makroökonomische Gegenwind anhält.
Für Beobachter der US-Regulierungsrichtung rücken die nächsten Termine in den Fokus. ARMA muss zunächst die Ausschüsse passieren, bevor es zur Abstimmung im Plenum kommen kann. Laut einer einzelnen Quelle könnte eine Abstimmung im Senatsplenum bereits Mitte Juni 2026 erfolgen, eine Bestätigung durch einen offiziellen Kongresskalender gibt es bislang nicht. Die vom Weißen Haus in Aussicht gestellte Ankündigung zur Bitcoin-Reserve dürfte Witt zufolge innerhalb weniger Wochen folgen.
Mit dem bereits geltenden GENIUS Act, dem noch im Senat ausstehenden CLARITY Act zur breiteren Zuständigkeit für digitale Assets und ARMA, das nun direkt die Reserve adressiert, wächst die gesetzgeberische Infrastruktur rund um die US-Kryptopolitik schneller als zu jedem anderen Zeitpunkt in der bisherigen Branchengeschichte.
Disclaimer: Dieser Beitrag dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Finanz- oder Anlageberatung dar. Märkte für Kryptowährungen und digitale Vermögenswerte sind mit erheblichen Risiken verbunden. Recherchieren Sie eigenständig, bevor Sie Entscheidungen treffen.