BitMine baut ETH-Bestand trotz 6,5 Mrd. US-Dollar Verlust aus; rsETH erhält 30.000 ETH Stützung; Tennessee will Krypto-ATMs verbieten
CoinDesk berichtet: Marktupdate vom 28. April 2026. Am Kryptomarkt sind in Nordamerika weiterhin Zuflüsse und Akkumulation zu beobachten, parallel laufen koordinierte Stabilisierungsinitiativen im DeFi-Sektor. Zugleich ziehen Aufsichtsbehörden in den USA und Kanada die regulatorischen Zügel an.
BitMine setzt trotz 6,5 Mrd. US-Dollar Buchverlust weiter auf Ethereum
BitMine Immersion Technologies hält an einer offensiven Ethereum-Strategie fest, obwohl die Volatilität die unrealisierten Verluste vergrößert hat. In der vergangenen Woche kaufte das Unternehmen 101.901 ETH und erhöhte den Bestand damit auf rund 5,08 Mio. ETH. Bereits eine Woche zuvor hatte BitMine 101.627 ETH erworben – der größte Zuwachs seit Dezember 2025.
Die Bilanz spiegelt den Druck der jüngsten Kursbewegungen: Krypto- und Cash-Reserven belaufen sich auf etwa 13,3 Mrd. US-Dollar, den Investitionen von rund 17,6 Mrd. US-Dollar gegenüberstehen. Daraus ergeben sich unrealiserte Verluste von über 6,5 Mrd. US-Dollar. Das von Tom Lee unterstützte Unternehmen setzt nicht ausschließlich auf Kursgewinne. Rund 3,7 Mio. ETH sind gestakt; über die Beteiligung an der Netzwerkvalidierung erzielt BitMine laufende Erträge, die Verluste in schwächeren Marktphasen abfedern und für einen stetigen Einkommensstrom sorgen sollen.
DeFi-Initiative mobilisiert 30.000 ETH nach rsETH-Vorfall mit 290 Mio. US-Dollar Schaden
Während institutionelle Akteure Bestände ausbauen, arbeitet der DeFi-Sektor die Folgen einer schweren Sicherheitslücke auf. Am 18. April wurde eine von Kelp DAO betriebene Bridge angegriffen. Dabei gingen laut Bericht rund 116.500 rsETH verloren, bewertet mit etwa 290 Mio. US-Dollar. Marktteilnehmer reagierten zügig, um die Schäden einzugrenzen.
Als Reaktion schlossen sich Consensys und Ethereum-Mitgründer Joe Lubin zur Initiative "DeFi United" zusammen. Die Organisation stellte bis zu 30.000 ETH zur Unterstützung der Recovery-Maßnahmen in Aussicht, um das Vertrauen in die betroffenen Assets wiederherzustellen. Der am 23. April vorgestellte Plan bündelt zentrale Akteure aus dem Umfeld der Aave DAO. Weitere Beteiligte sind unter anderem Lido, Ethena, EtherFi, Frax und Mantle. Ziel ist es, Liquidität zu stabilisieren und die Besicherung von rsETH wieder aufzubauen. Governance-Freigaben in mehreren Protokollen laufen noch. Sharplink, ein Verwahrer für Ethereum-Listings, berät zur Ausgestaltung und Koordination der Wiederherstellungsprozesse.
Tennessee will Krypto-Selbstbedienungsterminals verbieten
In den USA hat Tennessees Gouverneur Bill Lee den House Bill 2505 unterzeichnet. Das Gesetz untersagt Krypto-ATMs und -Kioske ab dem 1. Juli 2026. Die Installation solcher Geräte wird als "Class A misdemeanor" eingestuft und kann mit bis zu 11 Monaten und 29 Tagen Haft sowie einer Geldstrafe von bis zu 2.500 US-Dollar geahndet werden. Betroffen sind mehr als 570 Terminals im Bundesstaat, darunter Geräte großer Betreiber wie CoinFlip und Bitcoin Depot. Gesetzgeber verweisen vor allem auf Betrugsprävention. House Speaker Cameron Sexton sagte, die Automaten würden zunehmend genutzt, um besonders schutzbedürftige Gruppen auszunehmen, vor allem ältere Einwohner. Ähnliche Maßnahmen gibt es bereits andernorts, darunter lokale Verbote in Massachusetts; in Minnesota werden bundesweite Einschränkungen geprüft.
Kanada treibt Gesetz gegen politische Kryptospenden voran
Auch Kanada verschärft die Regeln im politischen und finanziellen Umfeld. Der am 26. März 2026 eingebrachte Gesetzentwurf C25 hat die zweite Lesung im Unterhaus passiert und damit erste parlamentarische Unterstützung erhalten. Vorgesehen ist ein Verbot für Parteien und Kandidaten, Spenden in Kryptowährungen anzunehmen. Begründet wird dies mit Problemen bei Nachverfolgbarkeit und Durchsetzung der Wahlkampffinanzierungsregeln. Abgeordnete sehen die Maßnahme als Teil eines Pakets zur Stärkung der Wahlintegrität, zur Erhöhung der Transparenz und zur Reduzierung potenzieller Risiken ausländischer Einflussnahme. Als Nächstes folgt die Ausschussphase, in der der Entwurf detailliert geprüft und noch geändert werden kann; ein konkreter Zeitplan dafür steht bislang nicht fest.