Peter Schiff kritisiert Saylors Bitcoin-Prognose von 1 Mio. US-Dollar nach Strategy-Kauf von 3.273 BTC
CoinDesk zufolge hat der Goldbefürworter Peter Schiff Michael Saylor erneut angegriffen, nachdem Strategy weitere Bitcoin zugekauft hat. Im Fokus steht Saylors Prognose, der Bitcoin-Preis werde auf 1 Mio. US-Dollar steigen.
Strategy erwarb 3.273 Bitcoin zu durchschnittlich 77.906 US-Dollar je BTC und gab dafür rund 255 Mio. US-Dollar aus. Damit erhöhten sich die Bestände auf 818.334 Bitcoin. Nach Angaben des Unternehmens wurden die Käufe über das At-the-Market-Programm finanziert: Zwischen dem 20. und 26. April 2026 verkaufte Strategy 1.451.601 Aktien der Klasse A (Ticker: MSTR) und erzielte nach Abzug von Provisionen Nettoerlöse von 255 Mio. US-Dollar. Vorzugsaktien wurden im selben Zeitraum nicht veräußert.
CEO Michael Saylor teilte auf X mit, Strategy habe 2026 bislang eine Bitcoin-Rendite von 9,6% erzielt. Zum Stichtag 26. April 2026 lägen die kumulierten Anschaffungskosten bei rund 61,81 Mrd. US-Dollar, entsprechend einem Durchschnittspreis von etwa 75.537 US-Dollar je Bitcoin. Bei einem Kurs von rund 77.850 US-Dollar wird der Bestand auf etwa 63,7 Mrd. US-Dollar bewertet, inklusive eines ausgewiesenen Gewinns von rund 1,9 Mrd. US-Dollar. Strategy gilt damit als größter Bitcoin-Halter weltweit. Schiff bezeichnete das Ergebnis trotz der Rückkehr in die Gewinnzone als deutlich unter den Erwartungen.
Schiff griff zudem Saylors 1-Mio.-US-Dollar-Szenario für 2025 auf, das an die Annahme geknüpft ist, Strategy könne 5% des gesamten Bitcoin-Angebots halten. Laut Schiff liegt der Anteil derzeit bei 3,9%. Seit der Prognose habe Strategy 231.666 Bitcoin zugekauft. Sollten weitere 231.666 Bitcoin eine ähnliche Wirkung entfalten wie die bisherigen Käufe, könnte der Bitcoin-Preis nach Schiffs Einschätzung bei Erreichen der 5%-Marke unter 60.000 US-Dollar fallen.
Bereits am Vortag der aktuellen Kaufmeldung hatte Schiff eine weitere Argumentationslinie vorgebracht: Die Aussage, Bitcoin müsse nur um 2% pro Jahr steigen, um die 11,5%-Rendite von STRC zu decken, sei wegen der fortlaufenden Emission zusätzlicher Aktien irreführend. Je mehr STRC- bzw. Strategy-Papiere ausgegeben würden, desto stärker müsse Bitcoin steigen, um die Ausschüttungen zu tragen. Falle der STRC-Kurs, könne das die Gesellschaft zu höheren Renditen zwingen.
Schiff warnte außerdem, ein Verkauf von Bitcoin zur Dividendenzahlung würde den Kurs belasten und eine von ihm als "death spiral" bezeichnete Abwärtsspirale auslösen, die nur durch eine Streichung der Dividenden zu verhindern sei. Eine Dividendenstreichung wiederum würde seiner Ansicht nach STRC unter Druck setzen, MSTR nach unten ziehen und am Ende auch Bitcoin belasten.