Südkorea belegt Coinone mit 3,49 Mio. US-Dollar Strafe und ordnet dreimonatige Einschränkungen für Neukunden an

Südkoreanische Aufseher haben die Kryptobörse Coinone wegen Verstößen gegen Vorschriften zur Geldwäscheprävention und unzureichender Kundenprüfung mit einer Geldbuße von 5,2 Mrd. Won (rund 3,49 Mio. US-Dollar) belegt. Zusätzlich wurde eine dreimonatige teilweise Geschäftsaussetzung angeordnet. Zuständig ist die Financial Intelligence Unit (FIU), die unter der Financial Services Commission angesiedelt ist. Die Maßnahme bedeutet keine vollständige Schließung der Plattform. Sie richtet sich gegen Neukunden: Während der Sanktionsdauer dürfen neue Nutzer keine virtuellen Vermögenswerte einzahlen oder abheben. Bestehende Kunden können laut Berichten weiter handeln; Ein- und Auszahlungen in südkoreanischen Won sollen weiterhin möglich sein. Zudem erhielt Coinone-CEO Cha Myunghoon eine offizielle Rüge. Coinone hat nach Angaben aus den Berichten zehn Tage Zeit, eine Stellungnahme einzureichen, bevor die Entscheidung endgültig wird. Die FIU führt an, Coinone habe in rund 70.000 Fällen die Identität von Kunden nicht ordnungsgemäß geprüft. Außerdem habe die Börse Transaktionen mit 16 nicht registrierten ausländischen Anbietern von virtuellen Vermögenswerten abgewickelt, was gegen südkoreanische Vorgaben zum Umgang mit nicht registrierten ausländischen Plattformen verstößt. Yonhap sprach von etwa 10.000 Transaktionen; andere lokale Medien nennen 10.113. Maeil Business bezifferte die Gesamtzahl der Verstöße über alle Kategorien hinweg auf rund 90.000. Kernpunkte der Vorwürfe bleiben damit eine schwache Sorgfaltspflicht bei der Kundenprüfung sowie Geschäftsbeziehungen zu nicht registrierten Auslandsbörsen. Der Fall reiht sich in die seit Jahren andauernde Verschärfung der Aufsicht über Digital-Asset-Plattformen in Südkorea ein. Lokale Börsen unterliegen strengen AML-Regeln; die Behörden legen besonderen Fokus auf Identitätsprüfungen, Kontrollen verdächtiger Transaktionen und den Umgang mit nicht registrierten ausländischen Gegenparteien. Nach lokalen Berichten soll die Suspendierung vom 29. April bis zum 28. Juli gelten. Beschränkt werden dabei Ein- und Auszahlungen von Kryptowerten für Neukunden, nicht der gesamte Börsenbetrieb. Für Bestandskunden dürften die unmittelbaren Auswirkungen begrenzt bleiben, während Coinone bei der Gewinnung neuer Nutzer und der Aktivierung neuer Handelskonten eingeschränkt wird. Die Behörden signalisieren damit, dass sie bei wiederholten Compliance-Lücken gezielte Geschäftsbeschränkungen einsetzen. Coinone sieht sich nun mit einer hohen Geldbuße, Einschränkungen im Neukundengeschäft bei Krypto-Ein- und Auszahlungen sowie einer formellen Maßnahme gegen die Unternehmensspitze konfrontiert und bereitet die Antwort an die Aufsicht vor.