SEC verschiebt Regelentwurf zu Tokenized Shares, Bitcoin fällt auf 75.834 US-Dollar

Der Kryptomarkt geriet am Freitag deutlich unter Druck, nachdem bekannt wurde, dass die US-Börsenaufsicht SEC einen seit Langem erwarteten Regelentwurf verschoben hat. Das Papier sollte den Handel mit tokenisierten Aktien auf Kryptoplattformen erleichtern. Bitcoin rutschte auf etwa 75.834 US-Dollar und büßte damit rund 33,8 Mrd. US-Dollar an Marktkapitalisierung ein. Ether fiel auf rund 2.000 US-Dollar, was einem Rückgang des Marktwerts um etwa 8,58 Mrd. US-Dollar entspricht. Wie Bloomberg berichtete, hatten SEC-Mitarbeiter an einer sogenannten "Innovation Exemption" gearbeitet, die einen breiteren Handel mit tokenisierten Aktien ermöglichen sollte. Ein Entwurfsrahmen habe kurz vor der Veröffentlichung gestanden und hätte bereits in dieser Woche vorgestellt werden können. Die Veröffentlichung wurde verschoben, während die Behörde jüngste Rückmeldungen von Vertretern der Börsen auswertet, die mit SEC-Mitarbeitern im Austausch stehen. Im Zentrum der Debatte steht die Frage, ob die Ausnahmeregelung auch "Third-Party Tokens" zulassen soll – also tokenisierte Abbildungen von Aktien, die ohne Unterstützung oder ausdrückliche Zustimmung der jeweiligen börsennotierten Unternehmen ausgegeben werden. Kritiker sehen darin Risiken für Rechtsklarheit und Corporate Governance, Befürworter verweisen auf einen breiteren Marktzugang. Laut dem Entwurf müssten Kryptoplattformen, die tokenisierte Aktien anbieten, sicherstellen, dass Tokeninhaber dieselben Rechte erhalten wie klassische Aktionäre, darunter Dividenden- und Stimmrechte. Ehemalige Aufseher und Marktexperten bezweifeln allerdings, dass sich diese Rechte zuverlässig durchsetzen lassen, wenn Token über pseudonyme Blockchains übertragen werden und nicht über etablierte Aktionärsregister. Innerhalb der SEC gibt es dem Bericht zufolge keine einheitliche Linie. Die Behörde hat den Entwurf zwar nicht formell geändert, doch unterstützt nicht jeder eine Ausweitung auf Third-Party Tokens. Die kryptoaffine Kommissarin Hester Peirce signalisierte Zurückhaltung und schrieb auf X, sie rechne mit einem "begrenzten" Zuschnitt der Ausnahmeregelung, die "nur den Handel digitaler Repräsentationen desselben zugrunde liegenden Eigenkapitalwertpapiers erleichtern" solle, das Anleger heute bereits am Sekundärmarkt kaufen können. Regulierer und Marktteilnehmer verwiesen zudem auf Compliance- und Sicherheitsrisiken. Als potenzielles Problem gilt, dass Offshore-Anbieter Token-Strukturen oder Blockchain-Prozesse nutzen könnten, um die US-Aufsicht zu umgehen, was die Durchsetzung erschweren würde. Die Verschiebung lässt den Markt vorerst in Unsicherheit, während die SEC ihre Konsultationen fortsetzt. Börsen, Token-Emittenten, börsennotierte Unternehmen und Investoren dürften eine Entscheidung – und die genaue Ausgestaltung einer möglichen Ausnahmeregelung – genau verfolgen, da sie den Handel mit Aktienengagements über Blockchain-Infrastrukturen nachhaltig verändern könnte.