Russland lockert Kriterien für "qualifizierte Investoren" – wichtiger Schritt hin zu einem regulierten Kryptomarkt

KI-Marktzusammenfassung
Die russische Zentralbank hat zum 31. August die Wege für Privatpersonen erweitert, durch lokale Prüfungen/Zertifizierungen "qualifizierte Investoren" zu werden, wodurch sich der Kreis derjenigen vergrößert, die für höhere regulierte Krypto-Kaufobergrenzen in Frage kommen (3 Mio. gegenüber 300 Tsd. Rubel jährlich). In Verbindung mit einem bevorstehenden Rahmenwerk für einen regulierten Markt und großen Banken, die Handels- und Verwahrdienstleistungen vorbereiten, verbessern die Änderungen die institutionelle Bereitschaft und die potenzielle regelkonforme Nachfrage, auch wenn die Zeitpläne auf eine schrittweise Wirkung hindeuten.
Einflussstufe
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Die russische Zentralbank hat im Vorfeld des Starts eines regulierten Kryptomarkts die Anforderungen für Privatpersonen angepasst, die als "qualifizierte Investoren" gelten. Wie CoinDesk berichtet, wird damit ein zusätzlicher, nationaler Qualifikationsweg eingeführt: Wer eine anerkannte Finanzkompetenzprüfung besteht und die entsprechende Bescheinigung vorlegt, kann von Brokern oder Vermögensverwaltern als qualifizierter Investor eingestuft werden. Dadurch dürften künftig mehr Anleger in Russland für höhere Limits beim Kauf von Kryptowährungen infrage kommen. Neuer lokaler Prüfpfad ab 31. August Nach Angaben der Zentralbank tritt die Neuregelung am 31. August in Kraft. Antragsteller können sich dann über ein in Russland ausgestelltes Zertifikat qualifizieren, das nach bestandener Prüfung vergeben wird, statt ausschließlich auf internationale Finanzqualifikationen angewiesen zu sein. Genannt werden unter anderem: - Qualifin-Zertifikat der National Financial Association - Anlegerzertifikate der Moscow Exchange (MOEX) - Zertifizierungen wie das Financial Analyst Certificate der National Financial Association Die Zentralbank erklärte, dass bereits der Besitz eines dieser Zertifikate ausreicht, damit ein Wertpapierhaus oder eine Vermögensverwaltung eine Person als qualifizierten Investor einstufen kann. Bestehende Anforderungen bleiben bestehen Die bisherigen Kriterien gelten weiter. Die Anpassung ersetzt die bestehenden Standards nicht, sondern ergänzt sie um zusätzliche Wege. Zuvor mussten Anleger, die sich über Ausbildung oder beruflichen Hintergrund qualifizieren wollten, in der Regel international anerkannte Zertifikate einreichen, etwa in den Bereichen Finanzanalyse, Anlageberatung, Asset Management oder Risikomanagement; der CFA gehörte zu den zuvor akzeptierten Qualifikationen. Unverändert bleibt auch, dass eine Einstufung weiterhin über andere Kriterien möglich ist: Einkommen in den vergangenen zwei Jahren, Mindestvermögen, relevante Berufserfahrung im Wertpapiermarkt, eigenständige Anlageerfahrung, einschlägige Bildungsabschlüsse oder eine Kombination dieser Faktoren. Mikhail Mamuta, stellvertretender Gouverneur der Zentralbank, betonte, es gehe den Aufsehern nicht um eine höhere Zahl qualifizierter Investoren auf dem Papier, sondern darum, dass Anleger die Risiken komplexer Finanzinstrumente tatsächlich verstehen. Krypto-Kauflimits nach Investorentyp gestaffelt Die Änderung passt zur neu verabschiedeten russischen Kryptomarkt-Architektur, die den Handel mit Krypto-Assets in ein reguliertes System überführt und die Zentralbank als Aufsicht vorsieht. Die jährlich zulässigen Kaufbeträge sind deutlich gestaffelt: - Nicht akkreditierte Anleger: 300.000 Rubel pro Jahr - Qualifizierte Privatanleger: 3 Mio. Rubel pro Jahr Damit liegt das Limit für qualifizierte Anleger um den Faktor 10 höher. Bei der Parlamentsberatung im Juli blieb die Grenze von 300.000 Rubel für Privatanleger bestehen, während die ursprünglich vorgesehene Pflicht zur Meldung von Wallet-Adressen gestrichen wurde. In der überarbeiteten Fassung richtet sich die Berichtspflicht auf Angaben wie Bestände und Transaktionsvolumina. Das Gesetz erlaubt zudem, Krypto-Assets für den Erwerb russischer Wertpapiere und digitaler Finanzanlagen zu nutzen. Bestimmte größere Transfers an ausländische Empfänger oder an Dritte können um bis zu zwei Tage verzögert werden. Großbanken bereiten Infrastruktur und Services vor Mit Blick auf die Umsetzung des Rechtsrahmens stellen große russische Banken ihre Angebote ein. Sberbank will bis zum 1. Dezember eine Infrastruktur für den Kryptohandel sowie digitale Verwahrdienstleistungen aufsetzen, einschließlich Handel, Verwahrung, Abwicklung und Safekeeping. Alfa Bank hat innerhalb ihrer Brokerage-App AlfaInvestments Funktionen für den Kryptohandel bereits mit einer begrenzten Gruppe qualifizierter Investoren getestet. Eine breitere Einführung hänge laut Bank davon ab, dass die Zentralbank die begleitenden Regulierungsdokumente fertigstellt. Zusatz: Nach früheren Berichten soll Russlands neues Krypto-Regime am 1. September starten; Marktteilnehmer müssen die Lizenzanforderungen bis zum 1. Juli 2027 erfüllen. Alfa Bank erwartet, dass bei reibungslosem regulatorischem Fortschritt ein offizieller Start für eine breitere Retail-Zielgruppe etwa im vierten Quartal 2026 möglich wäre. Ein gut liquider, regulierter Kryptomarkt in Russland dürfte demnach erst bis Ende 2027 entstehen.