Plasma wird mit 27 Mrd. US-Dollar Zuflüssen zweitgrößtes USDT0-Ziel nach Ethereum
Eine Blockchain, die bis Ende September noch gar nicht existierte, hat bereits mehr als 27 Mrd. US-Dollar an Stablecoin-Zuflüssen angezogen. Plasma, eine speziell für Stablecoin-Zahlungen entwickelte Layer-1-Chain, ist damit zum zweitgrößten Ziel für USDT0 aufgestiegen – nur Ethereum liegt noch davor. Für ein Netzwerk, dessen Mainnet erst am 25. September 2025 startete, ist das Tempo der Kapitalaufnahme außergewöhnlich. Viele Chains brauchen Jahre, um TVL im Milliardenbereich aufzubauen. Plasma erreichte das in wenigen Wochen.
Plasma positioniert sich nicht als universelle Smart-Contract-Plattform, sondern als Infrastruktur für einen klar umrissenen Zweck: Stablecoins so günstig und schnell wie möglich zu transferieren. Die Chain integriert Tethers USDT0-Standard nativ und wurde von Beginn an auf das Omnichain-Stablecoin-Framework ausgerichtet. USDT0 nutzt LayerZeros OFT-Protokoll (Omnichain Fungible Token), um einheitliche, brückenfreie USDT-Transfers über mehr als 20 Blockchains zu ermöglichen – darunter Ethereum, Solana und inzwischen auch Plasma.
Laut Plasma werden diese Transfers ohne Gebühren abgewickelt. Das Netzwerk wirbt zudem mit mehr als 1.000 Transaktionen pro Sekunde, Blockzeiten unter einer Sekunde und voller EVM-Kompatibilität. Damit können bestehende Ethereum-native Protokolle ohne grundlegende Code-Neuschreibung auf Plasma deployen. Aave, das größte dezentrale Kreditprotokoll im DeFi-Sektor, hat eine Integration umgesetzt. Auch renditetragende Produkte wie syrupUSDT sind auf Plasma gestartet und schaffen Anreize, Stablecoins dort zu halten statt sie nur durchzuleiten.
Hinter der Entwicklung stehen nach Angaben des Projekts Tether sowie Bitfinex, Peter Thiels Founders Fund und Framework Ventures. Im Juli 2025 führte Plasma einen öffentlichen Token-Verkauf durch und nahm dabei rund 373 Mio. US-Dollar ein. Die Emission war siebenfach überzeichnet; demnach lagen Zusagen von insgesamt mehr als 2,6 Mrd. US-Dollar vor, um Anteile am nativen Token zu erhalten. Zum Mainnet-Start am 25. September verfügte Plasma über eine anfängliche Stablecoin-Liquidität von mehr als 2 Mrd. US-Dollar, getragen von USDT0.
Die genannten 27 Mrd. US-Dollar beziehen sich auf das gesamte USDT0-Volumen, das seit dem Start in Plasma geflossen ist – nicht zwingend auf den Betrag, der zu einem bestimmten Zeitpunkt auf der Chain liegt. Kapital bewegt sich ein und aus. Andere USDT0-Netzwerke, darunter Solana und verschiedene Layer-2s, hatten deutlich mehr Zeit, ihre Stablecoin-Infrastruktur aufzubauen. Dass Plasma sie überholt, deutet darauf hin, dass ein zweckgerichtetes Design in Kombination mit Nullgebühren die Adoptionskurve stark verkürzen kann.
Damit steigt aber auch das Konzentrationsrisiko. Eine Chain, die stark von einem einzelnen Asset (USDT) und einem einzelnen Emittenten (Tether) abhängt, übernimmt die damit verbundenen Gegenparteien- und Regulierungsrisiken. Tethers Unterstützung sorgt zwar für enge Integration und frühe Liquidität, koppelt Plasmas Entwicklung aber eng an Tethers eigenen Kurs.