Metaplanet kauft Siiibo für 13 Mio. US-Dollar und plant Bitcoin-Renditeprodukte für Japans Anleger
Metaplanet vollzieht den Schritt vom reinen Bitcoin-Bestandsaufbau hin zur Produktentwicklung: Das Unternehmen übernimmt die japanische Wertpapierfirma Siiibo für 13 Mio. US-Dollar, um Bitcoin-gebundene Renditeprodukte für inländische Investoren aufzulegen.
Der Abschluss der Transaktion ist für Juli vorgesehen. Siiibo Securities soll als hundertprozentige Tochter in Metaplanet integriert und in "Metaplanet Securities" umbenannt werden. Siiibo verfügt in Japan über eine Type-1-Lizenz für das Financial Instruments Business. Diese regulatorische Zulassung ermöglicht Underwriting sowie die direkte Platzierung und den Vertrieb von Wertpapieren, auch an Privatanleger. Zudem gilt Siiibo als Wegbereiter des Online-Markts für Unternehmensanleihen in Japan und hat nach eigenen Angaben mehr als 100 Anleiheemissionen für über 40 Unternehmen begleitet.
CEO Simon Gerovich bezeichnete den Kauf als "ersten konkreten Schritt in Project Nova". Dahinter steht ein langfristiger Plan, in Japan ein Bitcoin-zentriertes Finanzökosystem aufzubauen, das die eigenen, umfangreichen Bitcoin-Reserven nutzt. Laut BitcoinTreasuries hält Metaplanet 40.177 BTC, beim aktuellen Preisniveau rund 2,6 Mrd. US-Dollar. Damit zählt das Unternehmen weltweit zu den größten Corporate-Bitcoin-Treasuries.
Bisher diente Bitcoin bei Metaplanet vor allem als Absicherung gegen Yen-Schwäche. Mit dem Siiibo-Deal rückt die aktive Entwicklung von Finanzprodukten rund um die Treasury in den Vordergrund. Gerovich verweist dabei auf die makroökonomische Ausgangslage in Japan: Privathaushalte halten zusammen etwa 7,4 Bio. US-Dollar in Bargeld und Einlagen. Nach Jahrzehnten niedriger Inflation beginne dieses Kapital angesichts jüngerer Inflationsimpulse bereits, nach Rendite zu suchen.
Mit der Siiibo-Lizenz kann Metaplanet nun Bitcoin-gekoppelte Renditeangebote strukturieren und direkt an private Sparer vertreiben, die Alternativen zu niedrig verzinsten Einlagen suchen.
Die Akquisition reiht sich in einen breiteren Trend der Krypto-Finanzbranche ein, Renditenachfrage stärker zu adressieren. Metaplanet startete in diesem Jahr zudem einen Venture-Arm sowie Programme zur Finanzierung von Frühphasenunternehmen und zur Unterstützung von Open-Source-Bitcoin-Entwicklern und -Educators. Vergleichbare Schritte sind etwa Morphos Finanzierung über 175 Mio. US-Dollar zur Ausweitung von DeFi-Krediten in Richtung institutioneller Märkte sowie Krakens Einführung von Lending-Vaults für Bitcoin-Rendite.
Auch bei großen Akteuren mit Bitcoin-Treasury wird öffentlich über regulierte, bankähnliche Produkte für Bitcoin-Kapitalmärkte diskutiert. Andere sorgten zuletzt für Debatten, nachdem sie BTC verkauft und Teile des Marktes verunsichert hatten.
Metaplanets Übernahme von Siiibo gilt als markanter Baustein in Japans zunehmender Annäherung von traditioneller Finanzwelt und Krypto: Ein lizenzierter Vertriebskanal kombiniert mit einer der größten Bitcoin-Treasuries der Branche könnte den Zugang zu Bitcoin-gebundenen Renditen beschleunigen und zeigen, wie viel Retail-Kapital aus Bargeld und Einlagen in krypto-basierte Finanzprodukte umgeschichtet wird.