Goldman Sachs beantragt Bitcoin-Premium-Income-ETF und baut Krypto-Angebot aus

Goldman Sachs hat am Montag einen Antrag für einen "Bitcoin Premium Income" Exchange-Traded Fund (ETF) eingereicht und damit einen der ersten direkten Vorstöße der Bank in den Bereich der Krypto-Investments unternommen. Der geplante Fonds soll Anlegern ein Engagement in Bitcoin (BTC 74.874,04 US-Dollar) ermöglichen und zugleich laufende Erträge über eine prämienbasierte Strategie erzielen. Kern der Konstruktion ist der Verkauf von Optionen auf bitcoin-gebundene ETPs. Dadurch vereinnahmt der Fonds Optionsprämien, verzichtet im Gegenzug aber in starken Rallys auf einen Teil der Kurschancen. Dieser Tausch – stetige Erträge statt vollständiger Partizipation am Preisanstieg – spiegelt einen breiteren Trend an der Wall Street: Asset Manager versuchen zunehmend, Bitcoin in Produkte zu verpacken, die eher an dividendenähnliche Ertragsmodelle oder Income-Fonds erinnern, statt sich allein auf Kursgewinne zu stützen. Der Schritt folgt nur wenige Wochen nach einer beschleunigten Vorbereitung eines ähnlichen Produkts durch BlackRock. Der Vermögensverwalter arbeitet an der Einführung seines iShares Bitcoin Premium Income ETF, der nach dem Erfolg des Spot-Bitcoin-ETF IBIT voraussichtlich unter dem Tickersymbol BITA gehandelt werden soll. Aus einer aktualisierten regulatorischen Einreichung zu Monatsbeginn geht hervor, dass BlackRock die Struktur des ertragsorientierten Fonds weiter verfeinert hat; Analysten rechnen mit einem Start innerhalb weniger Wochen. Mit dem Vorstoß von Goldman weitet sich der Wettbewerb damit über reine Spot-Bitcoin-Produkte hinaus auf komplexere Strategien zur Erzielung regelmäßiger Erträge aus. Solche Angebote könnten den Zugang zu Bitcoin verbreitern, weil sie Anleger ansprechen, die neben dem Exposure auch laufende Einnahmen suchen. Zugleich deutet die Einreichung auf eine graduelle Veränderung der Haltung von Goldman gegenüber digitalen Assets hin. CEO David Solomon sagte, er besitze persönlich "sehr wenig, aber etwas" Bitcoin und beschäftige sich weiter damit, wie sich der Vermögenswert verhält. "Ich bin ein Beobachter von Bitcoin", erklärte er kürzlich und verwies auf den Versuch, besser zu verstehen, wie neue Technologien die Finanzwelt verändern. Solomon ordnet Krypto in einen größeren Wandel durch digitale Infrastruktur ein. "Tokenisierung … das ist, denke ich, super wichtig", sagte er und verwies auf die potenzielle Rolle blockchainbasierter Systeme in künftigen Märkten. Goldman liegt bei der Einführung von Krypto-Produkten bislang hinter Wettbewerbern wie JPMorgan und Morgan Stanley, vor allem wegen regulatorischer Vorgaben. Solomon deutete an, dass strengere Regeln in den vergangenen Jahren das Engagement der Bank begrenzt hätten – das könnte sich mit klareren Leitplanken durch die Politik ändern. "Das muss sorgfältig gemacht werden, und wir müssen es richtig machen", sagte er Anfang des Jahres.