US-Justiz enthüllt neue Hollywood-Inszenierung: Betrüger geben sich als Banken, NYPD und Gericht aus
Das US-Justizministerium hat laut Wall Street Journal Drehbücher und Dokumente veröffentlicht, die bei einer Razzia in einem Betrügerkomplex in Kambodscha sichergestellt wurden. Die Unterlagen zeigen, dass US-Verbraucher mit einer "hollywoodreifen" Betrugsmasche ins Visier genommen werden, bei der sich Täter als Mitarbeiter großer US-Banken ausgeben.
Die veröffentlichten Skripte erschienen im Zusammenhang mit einer koordinierten Aktion am Donnerstag, bei der Kryptowährungen im Umfang von 701,9 Mio. US-Dollar eingefroren wurden. Der Ablauf: Opfer erhalten unerwartete Anrufe von angeblichen Bankangestellten, die behaupten, über das Konto seien Schusswaffen gekauft worden. Anschließend werden die Betroffenen an falsche "NYPD-Detectives" und ein fingiertes "New York Supreme Court" weitergeleitet. Unter massivem Druck sollen sie ihre Ersparnisse auf Konten der Betrüger überweisen.
US-Regierungsdaten, auf die das WSJ verweist, beziffern die Verluste von Amerikanern durch Online-Betrug aus Südostasien im Jahr 2024 auf 10 Mrd. US-Dollar. Weltweit sollen die kriminellen Erlöse der überwiegend chinesischen Cyberbanden in Kambodscha, Myanmar und Laos jährlich mehr als 60 Mrd. US-Dollar erreichen.
Das US-Außenministerium erhöhte zudem den Gesamtbetrag der ausgelobten Belohnungen auf 14 Mio. US-Dollar für Hinweise, die zu Beschlagnahmen aus Betrügerkomplexen in Myanmar führen, sowie zur Festnahme eines Staatsangehörigen mit doppelter Nationalität (China sowie St. Kitts und Nevis), dem vorgeworfen wird, die Erlöse gewaschen zu haben.