CFTC genehmigt erste regulierte Bitcoin-Perpetual-Futures in den USA
Die US-Aufsicht Commodity Futures Trading Commission (CFTC) hat den ersten Bitcoin-Perpetual-Futures-Kontrakt für den Handel an einer regulierten US-Börse freigegeben. Damit kommt ein Produkt, das bislang vor allem von Offshore-Plattformen geprägt war, in den US-Regulierungsrahmen.
Was sich geändert hat
Die CFTC teilte am Freitag mit, sie habe einer nicht namentlich genannten regulierten Börse erlaubt, Bitcoin-Perpetual-Futures zu listen und zu handeln. Damit endet faktisch das Offshore-Monopol auf diese volumenstarken Derivate. Die Behörde hatte seit Monaten signalisiert, Perpetuals in die USA holen zu wollen. Anders als Terminkontrakte mit festem Verfall können Positionen bei Perpetuals zeitlich unbegrenzt gehalten werden; die Anpassung erfolgt über einen Funding-Rate-Mechanismus.
Warum das wichtig ist
Perpetual Futures sind seit 2016 das Rückgrat des Offshore-Krypto-Derivatehandels und stehen für mehr als 70% des Volumens an zentralisierten Börsen. 2025 erreichte das Perpetual-Handelsvolumen 61,7 Billionen US-Dollar, ein Plus von 29% gegenüber 2024. Ein regulierter US-Handelsplatz könnte Liquidität, Preisfindung und Risikomanagement stärker in den Heimatmarkt verlagern.
Regulatorische Einordnung
CFTC-Chef Mike Selig bezeichnete den Schritt als grundlegend für Risikomanagement und Preisfindung im Kryptomarkt. In einem Meinungsbeitrag bei CoinDesk schrieb er, echte Perpetual-Kontrakte in den USA seien "ein großer Schritt nach vorn" auf dem Weg, Amerika zu einem globalen Krypto-Hub zu machen. Selig erklärte zudem, der Ansatz der Behörde solle übermäßige Hebelwirkung, Volatilität und systemische Risiken begrenzen.
Die Ankündigung folgt auf öffentliche Aussagen von Präsident Donald Trump, wonach frühere Politik Krypto-Aktivitäten ins Ausland gedrängt habe. Selig hatte zuvor betont, er wolle regulatorische Entscheidungen korrigieren, die Unternehmen und Liquidität ins Ausland verlagert hätten.
Wer infrage kommt
Die CFTC nannte die zugelassene Börse nicht. Beobachter verweisen darauf, dass die Prognosemarkt-Plattform Kalshi im April Pläne für Perpetual Futures angekündigt hatte, nachdem sie eine CFTC-Lizenz für Margin-Trading erhalten hatte. Kalshi erklärte, das intern "Timeless" genannte Produkt solle zunächst US-Dollar als Sicherheit akzeptieren und mindestens 10x Hebel auf Bitcoin bieten; BTC-denominierter Handel solle folgen. Geplant war ein Start in New York am 27. April.
Auch Wettbewerber Polymarket stieg im April in den Perpetuals-Markt ein, was den wachsenden Wettbewerb um Derivate-Flows unterstreicht.
Vorbehalte und nächste Schritte
Die Entscheidung der CFTC erfolgte als Leitlinie und nicht im Rahmen eines formellen Regelsetzungsverfahrens. Damit könnten künftige Kommissare die Linie ohne Eingreifen des Kongresses erneut aufgreifen. Die Genehmigung fällt zudem in eine Phase breiterer regulatorischer Veränderungen unter der aktuellen Regierung, darunter eine engere SEC–CFTC-Abstimmung zur Krypto-Taxonomie sowie erweiterte Rahmenwerke für tokenisierte Sicherheiten.
Fazit
Die Zulassung von Perpetuals an einer regulierten US-Börse gilt als wichtiger Schritt, um einen großen Teil der Krypto-Derivateaktivität in die USA zurückzuholen. Der Markt wird genau verfolgen, welche Börse das Produkt an den Start bringt, wie Hebel- und Funding-Rate-Regeln ausgestaltet werden und ob sich Liquidität sowie Risikokontrollen tatsächlich in den Onshore-Markt verlagern.