Analysten warnen: Öl könnte bei anhaltender Hormus-Krise auf 150 US-Dollar steigen

BlockBeats meldet am 28. April: Die festgefahrenen Verhandlungen zwischen den USA und Iran sowie Störungen im Transport durch die Straße von Hormus haben die Ölpreise erneut nach oben getrieben. WTI kletterte zurück über die Marke von 100 US-Dollar; sowohl US-Rohöl als auch Brent legten im Tagesverlauf um mehr als 2% zu. Nach Angaben des Weißen Hauses haben Präsident Trump und sein nationales Sicherheitsteam den jüngsten Vorschlag Irans geprüft. Teheran fordert die Aufhebung der US-Blockaden in Häfen sowie ein Ende "feindseliger" Maßnahmen und stellt im Gegenzug die Wiederaufnahme der Schifffahrt durch die Straße von Hormus in Aussicht. Trump erklärte, über eine Lockerung der Sanktionen werde erst gesprochen, wenn ein Abkommen "100% umgesetzt" sei; eine Einigung gibt es bislang nicht. Tamas Varga, Senior Analyst bei PVM Oil Associates, hält einen Ausbruch der Ölpreise über 150 US-Dollar für "nicht unmöglich", falls der Konflikt langfristig anhält. Der Weltmarkt verfüge derzeit nicht über ausreichend alternative Energiequellen, um eine Angebotslücke zu schließen; anhaltende Lieferausfälle würden den Effekt einer schwächeren Nachfrage überwiegen. Auch Andy Lipow, Präsident von Lipow Oil Associates, rechnet selbst bei einem sofortigen Ende der Krise mit einer langen Normalisierung: Minenräumung, Abbau von Tankerstaus und die Wiederherstellung der Förderung würden Monate dauern. Der Ölmarkt brauche voraussichtlich mindestens 4 bis 6 Monate, um wieder Stabilität zu erreichen. Zugleich haben mehrere Wall-Street-Häuser ihre Erwartungen an eine schnelle Erholung gedämpft. Goldman Sachs verschob seine Prognose für die Wiederherstellung der Energieexporte aus dem Golf auf Ende Juni. Citigroup schätzt, dass Brent auf 150 US-Dollar je Barrel steigen könnte, falls die Straße von Hormus bis Ende Juni blockiert bleibt.